Raumgestalten "Tante Berthas Hütte"

Mit „Tante Berthas Hütte“ schaffen revolver architecture
bei Kindern und Jugendlichen Bewusstsein für Architektur

revolver architecture hat mit „Tante Berthas Hütte“ein partizipatorisches Gestaltungskonzept entwickelt, bei dem Kinder und Jugendliche zur aktiven Mitgestaltung „ihres Raums“ motiviert werden und damit eine persönliche Bindung zu ihrer Schule aufbauen können.

Diesmal hat das Projekt allerdings für uns eine besondere Stellung eingenommen, da es sich um ein soziokulturelles engagiertes Konzept handelt, dass wir mit der Volkschule Bertha von Suttner in Graz erarbeitet haben.
Es handelt sich dabei um eine Schule mit einem Anteil von 96 % an Kindern mit Migrationshintergrund.

Die 195 Kindern der Schule stammen aus ca. 19 verschiedenen Herkunftsländern, u.a.Österreich, Türkei, Bosnien, Serbien, Kroatien, Rumänien, Philippinen, Somalia, Ghana, Ägypten, Tschetschenien, Russland, etc. multikulturell zusammengesetzt.
Die verschiedensten Religionen und Ethnien treffen hier aufeinander. Die Schule kämpft konkret um die Lebenschancen dieser Kinder:

Sommerfest / rund um die Hütte

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Idee


96 % der Kinder haben Deutsch nicht als Erstsprache. Im Vergleich: Die durchschnittliche Anzahl an Schulkinder mit nicht deutscher Muttersprache beträgt im Bezirk Gries 86,86 % (der höchste Wert in Graz), im Bezirk Mariatrost nur auf 8,42 %.Für diese Kinder ist Deutsch eine Fremdsprache, die sie neben dem herkömmlichen Stoff in der Schule erlernen müssen. Den Schulstoff laut Lehrplan durchzunehmen ist aufgrund der mangelnden Deutschkenntnisse ein Ding der Unmöglichkeit – Defizite sind daher vorprogrammiert.

Das Schulniveau eines Gymnasiums zu erlangen, um dorthin zu wechseln oder gar mit der Matura abzuschließen und in Folge die Universität zu besuchen, ist eigentlich nicht gegeben. Kinder von Migranten gehören zu einer der hauptbetroffenen Gruppen, was Arbeitslosigkeit und Armut betrifft.

Hinzu kommt, dass die Eltern selbst die Sprache nicht beherrschen, größtenteils keinen großen Wert auf die schulische Ausbildung ihrer Kinder legen und sich nicht für ihre Kinder und deren Leistungen bzw. Projekte in der Schule engagieren.
Diese Kinder mit Migrationshintergrund stammen aus ärmlichen Familienverhältnissen, meist aus Großfamilien und haben Defizite im Bereich der Kommunikationsfähigkeit und der sozialen Kompetenz.

Eine Integration findet eigentlich durch den fehlenden Anteil an deutschsprachigen Kindern nicht statt. Trotzdem ist der Lehrkörper mit seinen beschränkten Mitteln sehr bemüht den Kindern entsprechend ihrer individuellen Talente zu fördern und ihnen die Werte einer multikulturellen Gesellschaft zu vermitteln.

Die Hütte / wird bespielt

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Die Hütte / Hinteransicht

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Ziel des Projekts


Es geht uns um die Vermittlung von „abstrakten“ Zusammenhängen bei der Architekturproduktion auf mehreren Ebenen (Entwurf/Ausarbeitung/Produktion), sowie darum, bei den Kindern das Bewusstsein zu schaffen, dass aktives Gestalten am eigenen, halböffentlichen und öffentlichen Raum möglich ist und Spaß macht.

Ziel ist eine Sensibilisierung und Schulung des Raumempfindens.

Neben der Architekturvermittlung ist es auch primäres Ziel den Kindern durch die partizipatorische Gestaltung ein Selbstwertgefühl in ihre Fähigkeiten zu geben und ihre Teamfähigkeit zu schulen.
Es geht um die Erfahrung, dass der individuelle Beitrag jedes Menschen wichtig ist, dass sie fähig sind ihre gesteckten Ziele zu erreichen – alleine und im Team. Auch soll den Kindern vermittelt werden, dass sich Wünsche und Vorstellungen verwirklichen lassen.

Zusätzlich werden auch die konjunktiven Fähigkeiten der Kinder geschärft. Durch den Bau der HÜTTE, wird auch der Traum der Kinder, nach einem eigenen gebauten „Baumhaus“ quasi erfüllt – wobei sie den Umgang mit richtigem Werkzeug erlernen.

Unser Projekt soll dazu anregen, ähnliche gelagerte Projekte in den künftigen Unterricht einfließen zu lassen, da wir davon überzeugt sind, dass die Kinder aufgrund des fächerübergreifend projektbezogenen Unterricht leichter und praxisorientierter und auf mehren Ebenen gleichzeitig den notwenigen Stoff erlernen. Denn die Planung eines derartigen „Bauvorhabens“ unterstützt und schult die mathematische, handwerkerische und räumliche Vorstellungskraft der Kinder.

Links zu den weiteren Projektbeteiligten:


http://www.vsberthavonsuttner.at

http://www.architekturstiftung.at/

Link zu Pressetext:


http://www.gat.st/pages/de/nachrichten/4455.htm

http://www.gat.st/pages/de/nachrichten/4800.htm
http://www.pact.eu.com/fr/alterarchitectures-experiences/

Projektdaten

Projekt: Wettbewerb "Raumgestalten 2010"
Standort: Austria, Graz
Planung: April & Mai 2010
Ausführung: Juni 2010
Konzept: DI. Petra Kickenweitz, Michael Lahnsteiner, Rudolf Zdrahal, Alexander Cziharz
Fotos Teaser und Fotos 1: DI. Petra Kickenweitz, Michael Lahnsteiner
Fotos 2 und 3: Copyright by Martin Grabner

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